Barbara Kammerer

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Geboren in München, lebt und arbeitet in München.

 

„Facetten“ – Eine Auseinandersetzung mit dem Dasein, seinem Ausdruck und der Veränderbarkeit.

Essenz, Erscheinung, Illusion – „Was ist was?“ und „Wo gehen sie konform, wo driften sie auseinander und wo beeinflussen sie sich gegenseitig?“ Das sind Fragen, die sich für mich bei ihrer Definition stellen und hinter diesen Arbeiten stehen. Es gibt viele Facetten, wie sich uns das In-der-Welt-sein darstellt und wie wir es wahrnehmen. Ähnlich wie durch ein „oculi compositi“ (Facettenauge) gesehen, setzten sich diese Collagen aus vielen verschiedenen Blickpunkten zusammen. Sie entstehen beim Abtasten eines Sujets, das ich auf mich wirken lasse und fotografiere. Die Aufnahmen variieren durch Wechsel des Standpunkts, der Perspektive und der Optik, sie bilden Fotostrecken, mit denen ich Objekte ganzheitlich erfassen und beschreiben möchte. Das Einzelbild spielt als solches nur eine untergeordnete Rolle und stellt ein Segment des Ganzen dar. Durch die Fotografie trete ich in Beziehung mit meiner Umwelt und es entsteht eine Art Austausch. Im Fokus steht Banales – durch die Spuren von Gebrauch und Zeit verlieren sie an Gewöhnlichkeit und gewinnen an Schönheit und Aussagekraft. Wichtig ist mir, Dinge nicht isoliert sondern als Teil ihrer Umgebung zu sehen und gerade im Kontext gewinnen sie an Reiz, der für mich besonders im Konträren und Paradoxen liegt. Die Summe der Momente, die Stationen eines Prozesses sind, füge ich zu einem Komplex zusammen, und auf einer Ebene vereint lösen sich die Augenblicke von Raum und Zeit. Ihre Interaktion im direkten Kontakt entwickelt eine neue Wirklichkeit.